Hessen: Islamkunde,Runder Tisch diese Woche

Man merke, wie der Verein, der sich schon seit Jahren für einen islamischen Religionsunterricht in Hessen einsetzt (die IRH) überhaupt nicht zur Sprache kommt, während der frisch-gekürte aus Trotz entstandene Landesverein der Ditib in Hessen mit einem direkten – dafür aber sinnleeren – Zitat in den Artikel kommt. Mehr auch hier:
http://www.faz.net/s/Rub8D05117E1AC946F5BB438374CCC294CC/Doc~ECB928F7E8B1D41C9A92D70B846DAEACF~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Gegenüber anderen muslimischen Organisationen zeigt sich Kurt gesprächsbereit – sofern diese nicht vom Verfassungsschutz beobachtet würden. Deswegen gebe es auch keine Kontakte zwischen Ditib und der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen (IRH). Diese Gruppierung bietet sich schon seit längerem dem Land Hessen als Partner für die Einführung eines islamischen Religionsunterrichts an – bisher vergeblich. Ob Henzler auch die IRH zu dem Runden Tisch einladen wird, ist noch ungeklärt.

Dass die Ditib das Spiel des “Spalte und Herrsche” immer ganz gerne mitspielt, ist auch in Hessen zu sehen. Dass sie sich auch schön auf die Äußerungen des Verfassungsschutzes stützen, um nicht mit anderen muslimischen Organisationen mitspielen zu müssen, ist vor allem aufgrund ihrer Proteste gegen die staatlichen Personenkontrollen vor ihren Moscheen in Niedersachsen nur noch grotesk. Entweder man ist staatsergeben oder eben nicht! Was würde die Ditib wohl davon halten, wenn andere muslimische Organisationen aufgrund der Personenkontrollen, von denen die Ditib wohl nach Aussage der Hürriyet “besonders betroffen” sind, sich öffentlich von der Ditib distanzieren und sie verbal in die extremistische Ecke schieben würden? Ein wenig strategischen Verstand würde dem Ein oder Anderen Vertreter wohl nicht so schlecht tun!

http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=34954&key=standard_document_37745314
16.08.2009

Islamkunde

Runder Tisch diese Woche

Der von Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) angekündigte Runde Tisch zum Islamunterricht trifft sich am Donnerstag zum ersten Mal. Es geht um den Religionsunterricht für 60.000 muslimische Schüler.

 

Der Runde Tisch solle ausloten, wie die Pläne eines Religionsunterrichts in Hessen umgesetzt werden können, hieß es am Wochenende. Eingeladen sind Vertreter verschiedener islamischer Strömungen. Ziel ist es, islamische Schüler ihren evangelischen, katholischen oder jüdischen Klassenkameraden gleichzustellen. Das Problem: Dem Staat fehlt bisher der Partner, weil der Islam keine festen Organisationen und Glaubensgemeinschaften kennt. Geklärt werden muss auch, wer die Lehrer aus- oder weiterbildet.

Ein Sprecher Hahns sagte, die Frage am Runden Tisch sei: “Wer spricht für wen und welche Glaubensrichtung?” Lob gibt es für Hahn und Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) schon, weil sie jetzt endlich nach einer Antwort suchen. Die Ausländerbeiräte sprechen von einem Zeichen der Wertschätzung. Der Vorsitzende des neuen hessischen Landesverbandes der “Türkisch-islamischen Union der Anstalt für Religion” (Ditib), Fuat Kurt, sagte: “Ich sehe den politischen Willen bei den Ministern.”

 

Hahn hat sich das Thema zu eigen gemacht

Als Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) im Februar ihren Anlauf zur Einführung eines Islamunterrichtes angekündigte hatte, war der Koalitionspartner CDU nicht uneingeschränkt begeistert. Henzler selbst sprach von “großen Bedenken” bei der CDU. Der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Hans-Jürgen Irmer, warf ihr in einem Interview vor, sie sei “ohne Not vorgeprescht”.

Später mochte Irmer dies nicht wiederholen, einer Landtagsdebatte zum Thema blieb er fern. Dass die FDP bei dieser Frage nicht klein beigeben will, wurde deutlich als FDP-Chef und Vize-Ministerpräsident Hahn sich das Thema zu eigen machte. Nun wird auch er am Erfolg gemessen.

Im Kultusministerium organisiert mit Staatssekretär Heinz-Wilhelm Brockmann ein Mann das Thema, der ein CDU-Parteibuch hat und aus seiner früheren Arbeit in Niedersachsen über Erfahrung mit dem Thema verfügt. Dort läuft seit Jahren ein Modellversuch mit einem Runden Tisch, an dem Muslime verschiedener Strömungen sitzen.

 

 
Redaktion: frbe / end
Bild: © picture-alliance/dpa

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